Die Europäische Janusz Korczak Akademie ist ein Partner der Jewish Agency for Israel.

Vielleicht Esther - Lesung & Gespräch mit Katja Petrowskaja

Hieß sie wirklich Esther, die Großmutter des Vaters, die 1941 im besetzten Kiew allein in der Wohnung der geflohenen Familie zurückblieb? Die jiddischen Worte, die sie vertrauensvoll an die deutschen Soldaten auf der Straße richtete – wer hat sie gehört? Und als die Soldaten die Babuschka erschossen, „mit nachlässiger Routine“ – wer hat am Fenster gestanden und zugeschaut?

In Kiew und Mauthausen, Warschau und Wien legt Katja Petrowskaja Fragmente eines zerbrochenen Familienmosaiks frei – Stoff für einen Epochenroman, erzählt in lapidaren Geschichten. Die Autorin schreibt von ihren Reisen zu den Schauplätzen, reflektiert über ein zersplittertes, traumatisiertes Jahrhundert und rückt Figuren ins Bild, deren Gesichter nicht mehr erkennbar sind. Ungläubigkeit, Skrupel und ein Sinn für Komik wirken in jedem Satz dieses eindringlichen Buches.

Katja Petrowskaja, geboren 1970 in Kiew, ist Journalistin und freie Autorin. Ihr erstes Buch „Vielleicht Esther“ wurde mehrfach ausgezeichnet (u.a. Ingeborg-Bachmann-Preis 2013) und in zwanzig Sprachen übersetzt. Petrowskaja liest aus "Vielleicht Esther" und steht im Anschluss für ein Gespräch mit dem Publikum zur Verfügung.

Die Veranstaltung wird im Rahmen des Programms „Stark gemacht!“ des Jugend-Demokratiefonds Berlin gefördert.

Anmeldung unter anmeldungberlin@ejka.org

Ort: 
Janusz-Korczak-Haus Berlin
Datum: 
29.01.2019 - 19:00