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Nachlese: Moran Haynal-Vernissage am 20. Juni 2017

Die Vernissage zu der Ausstellung "Die Geheimnisse des Alef-Bet" am 20. Juni 2017 präsentierte einen Dialog zwischen Künstler und Rabbi, zwischen den Schriftbildern von Moran Haynal und einem Vortrag über die graphischen Bedeutungen ausgewählter hebräischen Buchstaben.

Übernehmen die vier Buchstaben von L-O-V-E die Rolle von Raphaels Engel? – fragte die Kuratorin in ihrer Eröffnungsrede, die einen gedanklichen Bogen vom Bestreben des Modernismus, die Musik im Text akribisch zu beschreiben, über das zum totale Leugnen des Bildes der 60er Jahren und die seitdem zunehmende Rolle der Schrift, beschrieb.

Was symbolisiert die Form eines Zeichens, wie deuten die Zeichen aufeinander an und wie beinhaltet ein Zeichen den ganzen Zeichenstruktur in sich? Diese waren die Annäherungspunkte von Rabbi Avigdor Bergauz.

Vorgetragen wurden diese Fragen umgeben von den Werken aus Moran Haynals neuestem Zyklus. Die Papierarbeiten, kalligraphische Aufarbeitungen von Torah- und Talmudtexten in Kleinformat, hängen ohne weiteren Kommentar auf der Wand. Die Bilder gehen streng und mit Hingabe den Regelungen der jüdischen Schriftkunst nach, versuchen aber gleichzeitig die Lücken in den Formenprinzipien zu ergründen, wo Motive und Farbgebung diverser Fragmenten der Kunstgeschichte zitiert werden können.

Diese witzig-bissigen, wenn auch nicht ironisierenden, Darstellungen erzeugen ein farbenfrohes und liebevolles Spiel, das bis in die fünfte, die spirituelle Dimension hinaufreicht.